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Jahresrückblick 2011

Liebe Freunde und Unterstützer der Seemannsmission Lübeck!

Vom Eise befreit sind Trave und Lübecker Bucht, die Sonne wärmt schon und Frühling liegt in der Luft, ähnlich wie der Osterspaziergang im Faust beschrieben.
Die Seemannsmission Lübeck hat sich im zweiten Winter an ihrem neuen Standort in der Seelandstraße weiter etabliert und sich hier, mitten im Hafenbetrieb, gut eingelebt. Unser Seemannsclub „Sweder Hoyer“ ist in der Zwischenzeit bei den Seeleuten bekannt und beliebt, das zeigt die steigende Frequenz der Besucher.
Diese Entwicklung verdanken wir dem großen persönlichen Engagement eines Kreises von Menschen, die sich der Seefahrt verbunden fühlen. Sie betreuen den Seemannsclub regelmäßig und gewährleisten uns so feste Öffnungszeiten.
Begleitet werden unsere Helfer durch unsere neue Mitarbeiterin Katharina Bretschneider, die seit dem 1. November 2011 Herrn Classens als junge Diakonin, mit dem derzeitigen Schwerpunkt im Seemansclub, unterstützt und die Aufgaben der Bordbetreuung kennenlernt.
Wir haben in den vergangenen Monaten erkannt, welche Bedeutung unser Seemannsclub für die Seeleute hat, die heute in überwiegender Zahl aus Ostasien stammen und zum größten Teil monatelang von den Familien getrennt sind. Unser Club gibt ihnen eine kleine, aber notwendige Möglichkeit, der Bordroutine für kurze Zeit zu „entfliehen“ und hier mit ihren Familien über Telefon oder Internet ohne Störung zu kommunizieren. Wir bemerken auch, ob bei Bordbesuchen oder in unserem Club, dass die ursprüngliche Arbeit der Seemannsmission vermehrt durch soziale Arbeit ergänzt wird.
Zur Bewältigung dieser weiteren Aufgaben brauchen wir auch weiterhin Unterstützung, ob ehrenamtlich oder mit finanziellen Zuwendungen, denn diese christlich-soziale Arbeit mit Menschen, übersteigt die finanziellen Zuschüsse der Kirche, die ausschließlich Personalkosten für einen diakonischen Mitarbeiter ersetzen, erheblich.

Bleiben Sie uns verbunden.

Mit herzlichem Gruß

gez. A.Stülcken
(Vorsitzender) 


Jahresbericht 2011 - Bordbetreuung

Ein Jahr sind wir nun an unserem neuen Standort Seelandstr. 15, am Lehmannkai 2. Wir haben uns gut eingelebt und stellen immer deutlicher fest, dass wir hier für die Seeleute genau richtig sind. Vom Liegeplatz der Schiffe bis zur Seemannsmission sind es relativ kurze Wege – max. 7 km – die teilweise auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Oft kommt aber unser Bus zum Einsatz, der sie in den Club holt und auch zum Schiff zurückbringt.
Die Situation der Seeleute hat sich zum Teil noch verschlechtert – besonders im Bereich der Containerfahrt. Die Konjunktur erholt sich nur langsam. Viel Mühe bereitet den Seeleuten eine Anschlussheuer ohne lange Wartezeit zu bekommen, da viele Schiffe wieder auflagen und keine Beschäftigung hatten. Nach einem abgelaufenen Kontrakt wissen sie oft nicht, wie sie ihre Familien weiterhin versorgen sollen, da die Heuer mit Antritt des Urlaubs nicht mehr gezahlt wird.
Mit dem Verlassen des Schiffs und der Ankunft in der Heimat endet der Vertrag. Sie sehen, dass die Bedingungen für ausländische Seeleute nicht unserem Arbeitsrecht entsprechen. Es gibt zwar einen Tarif der ITF, der internationalen Gewerkschaft für Seeleute, der aber nicht unseren Rahmenbedingungen für eine Festanstellung entspricht.
Ein Beispiel: Wie sieht es aus, wenn jemand an Bord erkrankt und in der Heimat weiter versorgt werden muss? Ein philippinischer Seemann (39) fuhr 5 Tage mit Schmerzen in der Brust. Durch die schwere, körperliche Arbeit im Maschinenraum dachte er an einen Muskelkater. Da die Schmerzen nicht nachließen, vermutete ein Reedereimitarbeiter doch etwas Schlimmeres und rief zum Festmachen des Schiffes einen Rettungswagen. Der Filipino wurde in die UNI-Klinik gebracht, wo die Diagnose „Herzinfarkt“ lautete. Ihm wurden 4 Bypässe gelegt und er erhielt die Mitteilung, dass er nicht mehr zur See fahren könne. Wir besuchten ihn fast täglich und erhielten dabei Unterstützung der philippinischen Gemeinde in Lübeck. Auch während der REHA in Bad Segeberg begleiten wir ihn.
Wir sprachen über seine Ängste und haben dafür gesorgt, dass er mit seiner Frau Kontakt aufnehmen konnte. Per Skype sah die Familie – Ehefrau und 4 Kinder – seine gesundheitliche Besserung. Einige Sorgen blieben jedoch: Was geschieht mit ihm in der Heimat? Können die Ärzte ihn dort genauso gut versorgen? Bekommt er die Medikamente, die ihm hier geholfen haben? Vor allem aber die Frage: Wer bezahlt die Folgebehandlung? Eine Krankenversicherung, wie wir sie kennen, gibt dort nicht. Sie ist sehr teuer und für die meisten unbezahlbar. Die Behandlung hier wurde durch die übliche Versicherung, dem P&I-Club, für ausländische Seeleute finanziert.
Das Vertrauen der Seeleute in die Mitarbeiter der Seemannsmission ist sehr groß. Besonders wichtig bleibt das persönliche Gespräch an Bord bei den Schiffsbesuchen – Zeit zu haben für jeden Einzelnen. Mal eben einkaufen oder etwas Zeit haben für sich selbst ist in diesem Beruf nur schwer zu realisieren. Oft fahren unsere ehrenamtlich Mitarbeitenden einmal schnell mit ihnen zum Supermarkt, um kleinere Dinge einzukaufen oder in einen Mediamarkt.
Einige Zahlen, über das, was im letzten Jahr noch geschah finden Sie am Ende dieses Rückblickes.

Autor: J.Classens


Jahresbericht des Seemannslclubs „Sweder Hoyer“ 2011 

Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht bereits ein gutes Jahr, nachdem er im November 2011 eröffnet wurde.
Seitdem entwickelt er sich zum Treffpunkt für Seeleute aus verschiedenen Nationen: Im gemütlich eingerichteten Club finden Seeleute freien Internetzugang, können bei Getränken oder bei Knabbereien mit ihren Familien in der Ferne skypen, Billard oder Gitarre spielen oder in Büchern stöbern. Auch Geldwechsel, Heuerüberweisungen in die Philippinen und der Verkauf von SIM-Karten oder Internetsticks gehören zum Service für Seeleute. Der kostenfreie Transport mit dem VW-Bus von ihrem Schiff zum Club und zurück durch ehrenamtliche Mitarbeiter ist inklusive und kostenfrei.
Das gesamte Angebot wurde bis Ende Oktober ausschließlich durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen durchgeführt. Seit November ist Katharina Bretschneider, Sozialpädagogin und Diakonin, mit 30 Stunden pro Woche hauptamtlich für die Clubarbeit angestellt.
Mit einem Team von inzwischen elf Ehrenamtlichen, die meist mit viel Verlässlichkeit und Freude bei der Arbeit sind, öffnete der Club 2011 sonntags, montags und dienstags seine Türen.
Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sind selbst einmal zur See gefahren und wissen somit gut, wie wichtig es ist, im anonymen Hafen einen Anlaufpunkt zu haben, an dem sie vom Bordalltag abschalten und mit Menschen außerhalb ihrer eigenen Crew ins Gespräch kommen können. Die Sprachvielfalt im Team reicht von Englisch und Spanisch über Rumänisch, Holländisch und in kleinen Teilen auch Tagalog und Polnisch.
Der Großteil der Clubarbeit lag bisher darin, das Angebot unter Seeleuten bekannt zu machen. Einen Teil der Öffnungszeit am Abend sind ein bis zwei der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen regelmäßig auf Schiffen unterwegs, deren Crew dem Team des Seemannsclubs noch nicht bekannt sind: Sie verteilen Zeitungen in der Landessprache der Schiffsbesatzung und informieren über das Angebot des Seemannsclubs. Für einige Crews von Linienschiffen ist der Seemannsclub mit seinen Mitarbeitern bereits ein fester Anlaufpunkt und sie kommen, „sobald die Laderampe hinuntergelassen wird“, wie kürzlich ein niederländischer Seemann sagte. Manche Seeleute suchen am Abend im Club beim oft lebhaften Billardspielen einen Ausgleich zum Bordalltag; andere verbringt lieber den Abend in Ruhe für sich im Internet. Dritte wiederum suchen gezielt das Gespräch mit den Clubmitarbeitern und unterhalten sich über „Gott und die Welt“ und freuen sich über offene Ohren beim Gegenüber. Besonders Seeleute, deren Schiffe am Lehmann- oder Seelandkai liegen, kommen regelmäßig in den Club – die Nähe des Standortes der Seemannsmission zu den Schiffen und deren Besatzungen zeichnet sich also aus.
Die Besucherzahlen im Seemannsclub schwankten teilweise erheblich; bis Ende 2011 zählte der Club zwischen 31 und 81 Seeleuten monatlich. Im Schnitt waren es 60 Besucher pro Monat, wovon Philippinos, gefolgt von Burmesen und Russen die am stärksten vertretenen Nationen darstellen.
Im Oktober fand für die Ehrenamtlichen ein Ausflug in den Hamburger Seemannsclub „Duckdalben“ statt, der mit einem gemeinsamen Essen am Abend abgerundet wurde. So konnten Sie einen Einblick in die Clubarbeit von anderen Stationen der Deutschen Seemannsmission erhalten. Auch das weihnachtliche Beisammensein im Dezember stieß auf große Zustimmung: das festliche Essen, das als Dankeschön für den großen Einsatz der Ehrenamtlichen auf sie wartete, sowie eine frisch geschlachtete Weihnachtsgans für zu Hause sorgten für einen schönen Abend.
Für das Jahr 2012 steht vorrangig die Gewinnung von neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen für die Clubarbeit im Vordergrund, sodass er die Türen an weiteren Tagen für Seeleute aus aller Welt öffnen kann.

Autorin: K. Bretschneider


Zahlen 2011

512 Besuche auf Seeschiffen und etwa 1.817 Seeleute ange sprochen
22 Seeleute im Krankenhaus bzw. bei Hausbesuchen besucht
6 Besuche bei Reedern, Schiffsmaklern und LHG
2 x Unterricht in der Seemannsschule auf dem Priwall mit 30 Schülern
3 Serviceleistungen für 30 Seeleute
10 Bücherkisten wurden getauscht
40 Heuerüberweisungen für Seeleute im Wert von 12.080 EUR
719 Gäste im Seemannsclub aus 17 Nationen
3 Gottesdienste mit ca. 700 Besuchern.
17.644 km mit den Dienstwagen wurden zurückgelegt.

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Seemannsclub
"Sweder-Hoyer"

Öffnungszeiten:

Sonntag bis Dienstag und Donnerstag: 17h bis 21.30h

Telefon: 0451 - 39 99 106

x Clubleben P1030086.jpg

Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht seit November 2010 – der Name erinnert an den ersten Seemannspastor in Lübeck, der sich bereits im 16. Jahrhundert der Seeleute annahm.
Unsere Räumlichkeiten bieten einen Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, an dem sie vom Alltag an Bord abschalten und sich mit Crewmitgliedern anderer Schiffe austauschen können.
Hier bietet das freundliche ehrenamtliche Team Seeleuten…
… Getränke, Snacks und Souvenirs
… freies WLAN und Internet
… preisgünstige Telefonate mit der Familie und Freunden
… Billard & Dart
… eine Gitarre zur Nutzung im Seemannsclub
… Bücher und Zeitschriften in verschiedenen Sprachen
… Geldwechsel
… Geldüberweisungen auf die Philippinen
… Gelegenheiten zum Gespräch mit Seeleuten und mit Team über „Gott und die Welt“
… kostenfreie Kleidung
Auf Wunsch holt das Team die Seeleute mit dem VW-Bus von ihren Schiffen ab und bringt sie abends wieder zurück.
Die Bilder zeigen einen Einblick in die Arbeit des Seemannsclubs.
Sie haben Interesse an einer ehremtlichen Mitarbeit? Mehr dazu erfahren Sie 
hier.

Autor: K. B.

Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit?

Das Team des Seemannsclub
„Sweder Hoyer“
braucht Verstärkung

Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt

Seemannsclub P1030069.jpg

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