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Seemannsclub "Sweder-Hoyer"

Öffnungszeiten:

Sonntag bis Dienstag und Donnerstag: 17h bis 21.30h

Telefon: 0451 - 39 99 106

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Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht seit November 2010 – der Name erinnert an den ersten Seemannspastor in Lübeck, der sich bereits im 16. Jahrhundert der Seeleute annahm.

Unsere Räumlichkeiten bieten einen Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, an dem sie vom Alltag an Bord abschalten und sich mit Crewmitgliedern anderer Schiffe austauschen können.

Hier bietet das freundliche ehrenamtliche Team Seeleuten…

… Getränke, Snacks und Souvenirs

… freies WLAN und Internet

… preisgünstige Telefonate mit der Familie und Freunden

… Billard & Dart

… eine Gitarre zur Nutzung im Seemannsclub

… Bücher und Zeitschriften in verschiedenen Sprachen

… Geldwechsel

… Geldüberweisungen auf die Philippinen

… Gelegenheiten zum Gespräch mit Seeleuten und mit Team über „Gott und die Welt“

… kostenfreie Kleidung

Auf Wunsch holt das Team die Seeleute mit dem VW-Bus von ihren Schiffen ab und bringt sie abends wieder zurück.

Die Bilder zeigen einen Einblick in die Arbeit des Seemannsclubs.

Sie haben Interesse an einer ehremtlichen Mitarbeit? Mehr dazu erfahren Sie hier.

Autor: K. B.

 

 Ein Mann, der fuhr zur See....
… und erlitt dort einen Herzinfarkt 

Fernandez 1 - Kopie1Heinz-Werner Stricker, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Deutschen Seemannsmission in Lübeck e.V., beschreibt seine Erlebnisse und Erfahrungen, die er während der fast zwei Monate dauernden Betreuung des betroffenen Seemanns machte.
Im Juli diesen Jahres bekam ich einen Anruf vom Leiter der Lübecker Seemannsmission: Ob ich einen Krankenbesuch bei einem Filipino,
der gerade mit einem Herzinfarkt in das Universitätsklinikum in Lübeck eingeliefert wurde, übernehmen könne? Ich machte mich sofort auf den Weg in die Klinik.
Bei dem Besuch wollte ich dem Seemann ein wenig die Befürchtungen bezüglich seiner Bypass-Operation zu nehmen, die einige Tage später infolge seines Herzinfarktes stattfinden sollte. Er war bereits unterrichtet, dass er zukünftig nicht mehr zur See fahren könne. Seine Sorge, wie er nun seine Familie versorgen sollte, war in unserem Gespräch deutlich zu spüren.
Am Ende des Besuches stellte ich dem Seemann ein Prepaid-Handy der Seemannsmission mit genügend Guthaben leihweise zur Verfügung.
Der Agent des Schiffes des Seemanns hatte zwischenzeitlich herausgefunden, dass der Patient eine Schwester in Süddeutschland hatte. Als sie vom Agenten die Nachricht über den Herzinfarkt ihres Bruders bekam, kam sie sofort nach Lübeck.
Als wir uns einige Tage später im Krankenzimmer des Seemanns kennenlernten, fiel uns auf, dass seine persönlichen Sachen auf dem Schiff verblieben waren. So holte ich diese am nächsten Tag von Bord und sortierte sie später gemeinsam mit seiner Schwester im Seemannsclub.


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Wir packten das Nötigste für den Krankenhausaufenthalt des Seemanns in eine Tasche, um ihm diese beim nächsten Besuch mitzubringen. Die restlichen Utensilien schickte ich einige Tage später an die Schwester in Süddeutschland.
Den Kammerschlüssel des Seemanns reichte ich an den Agenten in Lübeck weiter, der diesen wieder an Bord brachte. Auch organisierte er zwischenzeitlich die nötigen Papiere für den Seemann, damit er ohne Visum in Deutschland bleiben könne.
Die Mitarbeiter der Seemannsmission, die sich fast täglich nach dem Befinden des Patienten erkundigten, standen in gutem Kontakt mit seiner Schwester. Diese informierte wiederum via Internet die Familie des Seemanns in der philippinischen Hauptstadt Manila über den Gesundheitszustand ihres Bruders.
Nach der Operation des Patienten freute ich mich über seine schnelle und gute Genesung und hoffte, dass er schon bald nach Manila zurück fliegen könne.
Doch es kam anders: Der Seemann hatte inzwischen die Rehabilitation in Bad Segeberg angetreten und zunächst alles war nach den Erwartungen der Ärzte gelaufen. Dann aber bekam der Patient drei Schlaganfälle innerhalb kurzer Zeit. Die durch die Klinik informierten Mitarbeiter der Seemannsmission machten sich sofort auf den Weg nach Bad Segeberg.
Im Gepäck waren wieder einige Aufladekarten für das am ersten Tag zur Verfügung gestellte Handy und ein Laptop, damit er mit seiner Familie auf den Philippinen skypen konnte. Die Freude war riesig!
Im Gespräch mit dem Seemann wurde klar, dass sein gesundheitlicher Rückschlag wohl einen längeren Aufenthalt in der Rehaklinik bedeuten würde als bisher erwartet.
Ab jetzt wechselten wir Mitarbeiter der Seemannsmission uns regelmäßig mit den Besuchen ab. Neben Besuchen von der Schwester des Seemanns und durch den Agenten wollte ich auch die Crew des Schiffes vom Seemann in die Betreuung mit einbeziehen.
Über das Internet informierte ich den Kapitän über die neue Situation seines bisherigen Bordkochs und bat ihn, beim nächsten Anlauf in Lübeck einige Crewmitglieder für den Besuch beim Seemann freizustellen. - Selbstverständlich, er werde selbst mit der Besatzung nach Bad Segeberg fahren, um dort den Seemann zu besuchen, war seine Antwort. Meine Freude war groß, dass sich ein Kapitän so um seine Besatzung kümmert.



 

Als ich einige Tage später wieder einmal beim Seemann zu Besuch war, wagte ich zu fragen, wie ihm das Essen gefällt. Ich konnte mir die Antwort schon denken … als Schiffskoch vermisste er das heimatliche Essen.
Ich bat den Koch eines kleinen sich in Travemünde befindlichen philippinischen Bistros, für das leibliche Wohl unseres kranken Seemanns zu sorgen und ein Gericht aus seiner Heimat zuzubereiten. Als ich nach dem Preis fragte, verneinte er.

Einen in Lübeck ansässig gewordenen Filipino, der den kranken Seemann am nächsten Tag mit vier philippinischen Frauen in Bad Segeberg besuchte und das Essen mitgenommen hatte, fragte ich, wie der Patient auf das heimatliche Essen reagiert hatte. Die Antwort erübrigte sich.


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Beim sich spontan anschließenden Besuch der fünf Lübecker Filipinos im Seemannsclub kam auch die Frage der Religion auf. Ich fragte, was wir für den Seemann unternehmen könnten, damit auch sein Glaube zu einer schnellen Genesung beitragen könne.
Am nächsten Tag fand ich vor der Tür des Seemannsclubs eine Tasche mit einer kleinen Marienstatue, ein Fläschchen Heilwasser aus Lourdes und eine Rosenholzkette mit einem Kreuz aus Jerusalem. Auch ein kleines Gebetsbuch, ein Lesezeichen in Form eines Jesusbildes mit rückseitigen biblischen Texten sowie eine Karte mit ein paar netten Zeilen für seine Gesundheit und den Beistand war dabei.
Als ich die Utensilien dem Seemann beim nächsten Besuch in Bad Segeberg übergab, konnte ich durch seine Reaktion bemerken, dass er für einen Moment lieber allein sein wollte.
Später erzählte mir der Seemann in einem Telefonat stolz, dass er sich zusätzlich noch eine Rose und eine Vase gekauft hatte.
Mit der Zeit stabilisierte sich der Gesundheitszustand des Seemanns und man konnte langsam über eine Entlassung aus der Klinik und über eine Heimkehr auf die Philippinen nachdenken.
Die Inspektion arrangierte schon bald einen Rückflug.


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Als der lang ersehnte Tag der Abreise kam, holte der Agent des Seemanns diesen früh morgens in Bad Segeberg ab und erledigte beim Bundesgrenzschutz die letzten Formalitäten und besorgte noch einige wichtige Medikamente. Zuletzt fuhren sie gemeinsam noch einmal auf das Schiff, auf dem der Seemann lange Zeit als Koch gearbeitet hatte und das an diesem Tag zufällig wieder an einem Kai im Lübecker Hafen lag. Hier konnte er sich noch einmal von seiner Crew verabschieden. Anschließend fuhr er mit einem Taxi zum Hamburger Flughafen.
Nach fast zwei Monaten Aufenthalt in norddeutschen Kliniken trat der Seemann nun endlich die Heimreise zurück in sein Heimatland und zurück zu seiner Familie an.
Die Reederei und der Agent in Manila sowie die Besatzung des Schiffes des Seemanns bedankten sich im Nachhinein recht herzlich für die gute Zusammenarbeit mit der Seemannsmission in Lübeck. Auch durch die Schwester des Seemanns kam uns viel Dankbarkeit für die Betreuung ihres Bruders entgegen. Er selbst bedankte sich einige Wochen nach seiner Rückkehr mit zwei Postkarten von den Philippinen sehr herzlich für die Unterstützung während seiner langen Krankenhausaufenthalte.
Durch die intensive und umfassende Betreuung des Seemanns fühlen wir Mitarbeiter der Seemannsmission uns in unsere Arbeit, bestätigt – ganz nach unserem Motto: Für die Würde der Seeleute.


Autoren: K.Bretschneider / W.Stricker 

 

 

 

 

 

 

 

Jahresrückblick 2011

Liebe Freunde und Unterstützer der Seemannsmission Lübeck!

Vom Eise befreit sind Trave und Lübecker Bucht, die Sonne wärmt schon und Frühling liegt in der Luft, ähnlich wie der Osterspaziergang im Faust beschrieben.
Die Seemannsmission Lübeck hat sich im zweiten Winter an ihrem neuen Standort in der Seelandstraße weiter etabliert und sich hier, mitten im Hafenbetrieb, gut eingelebt. Unser Seemannsclub „Sweder Hoyer“ ist in der Zwischenzeit bei den Seeleuten bekannt und beliebt, das zeigt die steigende Frequenz der Besucher.
Diese Entwicklung verdanken wir dem großen persönlichen Engagement eines Kreises von Menschen, die sich der Seefahrt verbunden fühlen. Sie betreuen den Seemannsclub regelmäßig und gewährleisten uns so feste Öffnungszeiten.
Begleitet werden unsere Helfer durch unsere neue Mitarbeiterin Katharina Bretschneider, die seit dem 1. November 2011 Herrn Classens als junge Diakonin, mit dem derzeitigen Schwerpunkt im Seemansclub, unterstützt und die Aufgaben der Bordbetreuung kennenlernt.
Wir haben in den vergangenen Monaten erkannt, welche Bedeutung unser Seemannsclub für die Seeleute hat, die heute in überwiegender Zahl aus Ostasien stammen und zum größten Teil monatelang von den Familien getrennt sind. Unser Club gibt ihnen eine kleine, aber notwendige Möglichkeit, der Bordroutine für kurze Zeit zu „entfliehen“ und hier mit ihren Familien über Telefon oder Internet ohne Störung zu kommunizieren. Wir bemerken auch, ob bei Bordbesuchen oder in unserem Club, dass die ursprüngliche Arbeit der Seemannsmission vermehrt durch soziale Arbeit ergänzt wird.
Zur Bewältigung dieser weiteren Aufgaben brauchen wir auch weiterhin Unterstützung, ob ehrenamtlich oder mit finanziellen Zuwendungen, denn diese christlich-soziale Arbeit mit Menschen, übersteigt die finanziellen Zuschüsse der Kirche, die ausschließlich Personalkosten für einen diakonischen Mitarbeiter ersetzen, erheblich.

Bleiben Sie uns verbunden.

Mit herzlichem Gruß

gez. A.Stülcken
(Vorsitzender) 


Jahresbericht 2011 - Bordbetreuung

Ein Jahr sind wir nun an unserem neuen Standort Seelandstr. 15, am Lehmannkai 2. Wir haben uns gut eingelebt und stellen immer deutlicher fest, dass wir hier für die Seeleute genau richtig sind. Vom Liegeplatz der Schiffe bis zur Seemannsmission sind es relativ kurze Wege – max. 7 km – die teilweise auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Oft kommt aber unser Bus zum Einsatz, der sie in den Club holt und auch zum Schiff zurückbringt.
Die Situation der Seeleute hat sich zum Teil noch verschlechtert – besonders im Bereich der Containerfahrt. Die Konjunktur erholt sich nur langsam. Viel Mühe bereitet den Seeleuten eine Anschlussheuer ohne lange Wartezeit zu bekommen, da viele Schiffe wieder auflagen und keine Beschäftigung hatten. Nach einem abgelaufenen Kontrakt wissen sie oft nicht, wie sie ihre Familien weiterhin versorgen sollen, da die Heuer mit Antritt des Urlaubs nicht mehr gezahlt wird.
Mit dem Verlassen des Schiffs und der Ankunft in der Heimat endet der Vertrag. Sie sehen, dass die Bedingungen für ausländische Seeleute nicht unserem Arbeitsrecht entsprechen. Es gibt zwar einen Tarif der ITF, der internationalen Gewerkschaft für Seeleute, der aber nicht unseren Rahmenbedingungen für eine Festanstellung entspricht.
Ein Beispiel: Wie sieht es aus, wenn jemand an Bord erkrankt und in der Heimat weiter versorgt werden muss? Ein philippinischer Seemann (39) fuhr 5 Tage mit Schmerzen in der Brust. Durch die schwere, körperliche Arbeit im Maschinenraum dachte er an einen Muskelkater. Da die Schmerzen nicht nachließen, vermutete ein Reedereimitarbeiter doch etwas Schlimmeres und rief zum Festmachen des Schiffes einen Rettungswagen. Der Filipino wurde in die UNI-Klinik gebracht, wo die Diagnose „Herzinfarkt“ lautete. Ihm wurden 4 Bypässe gelegt und er erhielt die Mitteilung, dass er nicht mehr zur See fahren könne. Wir besuchten ihn fast täglich und erhielten dabei Unterstützung der philippinischen Gemeinde in Lübeck. Auch während der REHA in Bad Segeberg begleiten wir ihn.
Wir sprachen über seine Ängste und haben dafür gesorgt, dass er mit seiner Frau Kontakt aufnehmen konnte. Per Skype sah die Familie – Ehefrau und 4 Kinder – seine gesundheitliche Besserung. Einige Sorgen blieben jedoch: Was geschieht mit ihm in der Heimat? Können die Ärzte ihn dort genauso gut versorgen? Bekommt er die Medikamente, die ihm hier geholfen haben? Vor allem aber die Frage: Wer bezahlt die Folgebehandlung? Eine Krankenversicherung, wie wir sie kennen, gibt dort nicht. Sie ist sehr teuer und für die meisten unbezahlbar. Die Behandlung hier wurde durch die übliche Versicherung, dem P&I-Club, für ausländische Seeleute finanziert.
Das Vertrauen der Seeleute in die Mitarbeiter der Seemannsmission ist sehr groß. Besonders wichtig bleibt das persönliche Gespräch an Bord bei den Schiffsbesuchen – Zeit zu haben für jeden Einzelnen. Mal eben einkaufen oder etwas Zeit haben für sich selbst ist in diesem Beruf nur schwer zu realisieren. Oft fahren unsere ehrenamtlich Mitarbeitenden einmal schnell mit ihnen zum Supermarkt, um kleinere Dinge einzukaufen oder in einen Mediamarkt.
Einige Zahlen, über das, was im letzten Jahr noch geschah finden Sie am Ende dieses Rückblickes.

Autor: J.Classens


Jahresbericht des Seemannslclubs „Sweder Hoyer“ 2011 

Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht bereits ein gutes Jahr, nachdem er im November 2011 eröffnet wurde.
Seitdem entwickelt er sich zum Treffpunkt für Seeleute aus verschiedenen Nationen: Im gemütlich eingerichteten Club finden Seeleute freien Internetzugang, können bei Getränken oder bei Knabbereien mit ihren Familien in der Ferne skypen, Billard oder Gitarre spielen oder in Büchern stöbern. Auch Geldwechsel, Heuerüberweisungen in die Philippinen und der Verkauf von SIM-Karten oder Internetsticks gehören zum Service für Seeleute. Der kostenfreie Transport mit dem VW-Bus von ihrem Schiff zum Club und zurück durch ehrenamtliche Mitarbeiter ist inklusive und kostenfrei.
Das gesamte Angebot wurde bis Ende Oktober ausschließlich durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen durchgeführt. Seit November ist Katharina Bretschneider, Sozialpädagogin und Diakonin, mit 30 Stunden pro Woche hauptamtlich für die Clubarbeit angestellt.
Mit einem Team von inzwischen elf Ehrenamtlichen, die meist mit viel Verlässlichkeit und Freude bei der Arbeit sind, öffnete der Club 2011 sonntags, montags und dienstags seine Türen.
Viele der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sind selbst einmal zur See gefahren und wissen somit gut, wie wichtig es ist, im anonymen Hafen einen Anlaufpunkt zu haben, an dem sie vom Bordalltag abschalten und mit Menschen außerhalb ihrer eigenen Crew ins Gespräch kommen können. Die Sprachvielfalt im Team reicht von Englisch und Spanisch über Rumänisch, Holländisch und in kleinen Teilen auch Tagalog und Polnisch.
Der Großteil der Clubarbeit lag bisher darin, das Angebot unter Seeleuten bekannt zu machen. Einen Teil der Öffnungszeit am Abend sind ein bis zwei der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen regelmäßig auf Schiffen unterwegs, deren Crew dem Team des Seemannsclubs noch nicht bekannt sind: Sie verteilen Zeitungen in der Landessprache der Schiffsbesatzung und informieren über das Angebot des Seemannsclubs. Für einige Crews von Linienschiffen ist der Seemannsclub mit seinen Mitarbeitern bereits ein fester Anlaufpunkt und sie kommen, „sobald die Laderampe hinuntergelassen wird“, wie kürzlich ein niederländischer Seemann sagte. Manche Seeleute suchen am Abend im Club beim oft lebhaften Billardspielen einen Ausgleich zum Bordalltag; andere verbringt lieber den Abend in Ruhe für sich im Internet. Dritte wiederum suchen gezielt das Gespräch mit den Clubmitarbeitern und unterhalten sich über „Gott und die Welt“ und freuen sich über offene Ohren beim Gegenüber. Besonders Seeleute, deren Schiffe am Lehmann- oder Seelandkai liegen, kommen regelmäßig in den Club – die Nähe des Standortes der Seemannsmission zu den Schiffen und deren Besatzungen zeichnet sich also aus.
Die Besucherzahlen im Seemannsclub schwankten teilweise erheblich; bis Ende 2011 zählte der Club zwischen 31 und 81 Seeleuten monatlich. Im Schnitt waren es 60 Besucher pro Monat, wovon Philippinos, gefolgt von Burmesen und Russen die am stärksten vertretenen Nationen darstellen.
Im Oktober fand für die Ehrenamtlichen ein Ausflug in den Hamburger Seemannsclub „Duckdalben“ statt, der mit einem gemeinsamen Essen am Abend abgerundet wurde. So konnten Sie einen Einblick in die Clubarbeit von anderen Stationen der Deutschen Seemannsmission erhalten. Auch das weihnachtliche Beisammensein im Dezember stieß auf große Zustimmung: das festliche Essen, das als Dankeschön für den großen Einsatz der Ehrenamtlichen auf sie wartete, sowie eine frisch geschlachtete Weihnachtsgans für zu Hause sorgten für einen schönen Abend.
Für das Jahr 2012 steht vorrangig die Gewinnung von neuen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen für die Clubarbeit im Vordergrund, sodass er die Türen an weiteren Tagen für Seeleute aus aller Welt öffnen kann.

Autorin: K. Bretschneider


Zahlen 2011

512 Besuche auf Seeschiffen und etwa 1.817 Seeleute ange sprochen
22 Seeleute im Krankenhaus bzw. bei Hausbesuchen besucht
6 Besuche bei Reedern, Schiffsmaklern und LHG
2 x Unterricht in der Seemannsschule auf dem Priwall mit 30 Schülern
3 Serviceleistungen für 30 Seeleute
10 Bücherkisten wurden getauscht
40 Heuerüberweisungen für Seeleute im Wert von 12.080 EUR
719 Gäste im Seemannsclub aus 17 Nationen
3 Gottesdienste mit ca. 700 Besuchern.
17.644 km mit den Dienstwagen wurden zurückgelegt.

 

Jahresrückblick 2010

Jahresbericht Bordbetreuung - 2010

2010 war ein Jahr des Umbruchs in der Lübecker Seemannsmission. Ab Januar 2010 wurde der Bordbetreuung  von der Firma Lehmann GmbH Räumlichkeiten für den Aufbau eines Seemannsclubs zur Verfügung gestellt. Insgesamt 70m² stehen nun Mietfrei zur Verfügung und mussten eingerichtet werden. Gelder standen dafür nicht direkt zur Verfügung und mussten bei Sponsoren und Stiftungen eingeworben werden. Die Sparkassenstiftung, die Possehl-Stiftung und das Innenministerium (aus Lotteriemittel) des Landes Schleswig-Holstein zeigten sich großzügig. Einige Privatpersonen und Reedereien schlossen sich an, so dass im Laufe des Jahres die Räume eingerichtet werden konnten.

Als erstes zog im Februar die Bordbetreuung in das neue Büro am Lehmannkai 2 ein. Im Juni ging es in den Endspurt, der sich jedoch wegen einiger Lieferschwierigkeiten immer weiter rauszog. Hinzu kamen spezielle Wünsche der Sponsoren was Termine für die Eröffnung betraf. Der 1. November war dann ein Tag, auf den sich alle einigen konnten. Um 13:00 Uhr wurde der neue Club im Beisein des Reeders Holger Lehmann, Björn Engholm, Vertretern der Stiftungen und Reeder, sowie vieler Freunde und Förderer eröffnet und erhielt den Namen „Sweder Hoyer“.

(Zur Erklärung: Sweder Hoyer war der erste namentlich bekannte Seemannspastor, der zu Zeiten der Hanse (1565), auf den Hanseschiffen die Seeleute geistlich betreute. Das Seemannsheim hatte schon diesen Namen und da dieses ab dem 1. Januar 2011 geschlossen wird, wurde der Seemannsclub nun nach ihm benannt.)

Der Club wird von den Seeleuten sehr gut angenommen – in den ersten beiden Monaten (Nov – Dez) zählten wir 156 Gäste. 10 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen setzen sich mit Begeisterung ein und freuen sich über jeden Besucher.

Vasaland_Koch_neuIn Neudeutsch nennt man diese Veränderung: „Back to the roots!“ – „Zurück zu den Wurzeln!“, denn als die Lübecker SM 1906 gegründet wurde startete sie mit einem Lesezimmer, in die der damalige Diakon Jordan die Seeleute der in der Nähe liegenden Schiffe einlud – also auch einen Club.

Diese ganze Veränderung in der Lübeker Seemannsmission fand vor dem Hintergrund statt, dass die Hansestadt Lübeck am Standort des Seemannsheimes das Hansemuseum bauen will. Für die SM-Lübeck kommt dieser Baubeschluss der Hansestadt gerade zur rechten Zeit. Ohne den Verkauf der Gebäude hätte das Seemannsheim und der Verein nicht überleben können. Jetzt kann die originäre Arbeit der SM weitergeführt werden.

Die neue Konzeption wurde bereits vor 2 Jahren mit einem Arbeitskreis entwickelt. Dabei stand auch ein Neubau eines Club aber ohne Übernachtungsmöglichkeit zur Diskussion. Da in Lübeck aber kaum noch Seeleute im Heim übernachteten, lieber nach Hamburg fuhren, sind wir der Meinung, dass ein Clubbetrieb auf lange Sicht die bessere Lösung ist. Für zukünftige Übernachtungen von Seeleuten wollen wir mit einem Hotel eine Abmachung treffen, dass Seeleute im Notfall dort von der SM bezuschusst übernachten können.
Die Schiffsbesuche nahmen 2010 keinen so großen Raum ein – die Einrichtung des Clubs stand im Vordergrund. Gleichzeitig spielte die Konjunktur auch eine große Rolle. Der Schiffsanlauf war 2010 nicht so, wie er eigentlich sein sollte. Erst langsam zur Mitte des Jahres nahmen die Schiffsanläufe wieder zu – die Landungsmengen steigerten sich nur langsam. Die Linie Lübeck – Petersburg wurde z.B. in Jahr 2008 mit 4 Abfahrten in der Woche bedient. Anfang 2010 fand nur eine Abfahrt in der Woche statt. Diese Situation fanden wir nicht nur hier sondern nahezu bei allen Fährlinien. Sie spiegelte sich auch in der Kleinschifffahrt wieder. Die Problematik für die Seeleute änderte sich dem zu Folge nicht – sie verschärfte sich sogar. Die Sorge um den Arbeitsplatz blieb! Resignation machte sich bei etlichen breit! „Ich hab ja nicht mehr lange dann kann ich endlich aufhören und in den vorgezogenen Ruhestand gehen. Der Reeder will uns doch so wieso weg haben. Wir sind doch zu teuer und das lässt er uns jeden Tag spüren!“ – waren eine Aussage, die ich bei meinen vielen Gesprächen immer wieder hörte oder: „Früher wurden wir noch vom Reeder anerkannt – der vertraute uns! Heute sind wir nur noch Transportbegleiter und verursachen unnötige Kosten, wenn wir uns um die Erhaltung der Schiffssubstanz kümmern.“ Das soll heißen, dass manche Reeder für die Unterhaltung der Schiffe keine Farbe mehr zur Verfügung stellten oder billige Ersatzteile besorgten – sogar Malarbeiten untersagten. Hinzu kamen Kürzungen im Personalbereich, besonders im Bereich Catering & Service. Die Arbeit blieb aber die gleiche – sie musste nur mit weniger Personal gemacht werden. Überstunden durften aber auch nicht anfallen.

Die Zahlen für das Jahr sind gegenüber den Vorjahren zurückgegangen und beim Umzug, bzw. bei der Neuinstallation des PC’s, wurde leider auch meine Datenbank teilweise zerstört, so dass sie unvollständig sind. Hier aber die, die vorliegen.

235 Besuche auf Seeschiffen und etwa 1258 Seeleute angesprochen
6 Kranke im Krankenhaus bzw. bei Hausbesuchen besucht
48 Besuche bei Reedern, Schiffsmaklern und LHG
2 Unterricht in der Seemannsschule auf dem Priwall mit etwa 50 Schülern
22 Serviceleistungen für 30 Seeleute
6 Treffen des Familienkreises
8 Bücherkisten wurden getauscht
2 Gottesdienste mit ca. 800 Besuchern

Mit dem Dienstwagen wurden 15.419 km zurückgelegt und in den ersten 2 Monaten wurden für den Transport von Seeleuten mit dem VW-Bus 684 km gefahren.

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Seemannsclub
"Sweder-Hoyer"

Öffnungszeiten:

Sonntag bis Dienstag und Donnerstag: 17h bis 21.30h

Telefon: 0451 - 39 99 106

x Clubleben P1030086.jpg

Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht seit November 2010 – der Name erinnert an den ersten Seemannspastor in Lübeck, der sich bereits im 16. Jahrhundert der Seeleute annahm.
Unsere Räumlichkeiten bieten einen Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, an dem sie vom Alltag an Bord abschalten und sich mit Crewmitgliedern anderer Schiffe austauschen können.
Hier bietet das freundliche ehrenamtliche Team Seeleuten…
… Getränke, Snacks und Souvenirs
… freies WLAN und Internet
… preisgünstige Telefonate mit der Familie und Freunden
… Billard & Dart
… eine Gitarre zur Nutzung im Seemannsclub
… Bücher und Zeitschriften in verschiedenen Sprachen
… Geldwechsel
… Geldüberweisungen auf die Philippinen
… Gelegenheiten zum Gespräch mit Seeleuten und mit Team über „Gott und die Welt“
… kostenfreie Kleidung
Auf Wunsch holt das Team die Seeleute mit dem VW-Bus von ihren Schiffen ab und bringt sie abends wieder zurück.
Die Bilder zeigen einen Einblick in die Arbeit des Seemannsclubs.
Sie haben Interesse an einer ehremtlichen Mitarbeit? Mehr dazu erfahren Sie 
hier.

Autor: K. B.

Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit?

Das Team des Seemannsclub
„Sweder Hoyer“
braucht Verstärkung

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Seemannsclub P1030069.jpg

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