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Jahresrückblick 2010

Jahresbericht Bordbetreuung - 2010

2010 war ein Jahr des Umbruchs in der Lübecker Seemannsmission. Ab Januar 2010 wurde der Bordbetreuung  von der Firma Lehmann GmbH Räumlichkeiten für den Aufbau eines Seemannsclubs zur Verfügung gestellt. Insgesamt 70m² stehen nun Mietfrei zur Verfügung und mussten eingerichtet werden. Gelder standen dafür nicht direkt zur Verfügung und mussten bei Sponsoren und Stiftungen eingeworben werden. Die Sparkassenstiftung, die Possehl-Stiftung und das Innenministerium (aus Lotteriemittel) des Landes Schleswig-Holstein zeigten sich großzügig. Einige Privatpersonen und Reedereien schlossen sich an, so dass im Laufe des Jahres die Räume eingerichtet werden konnten.

Als erstes zog im Februar die Bordbetreuung in das neue Büro am Lehmannkai 2 ein. Im Juni ging es in den Endspurt, der sich jedoch wegen einiger Lieferschwierigkeiten immer weiter rauszog. Hinzu kamen spezielle Wünsche der Sponsoren was Termine für die Eröffnung betraf. Der 1. November war dann ein Tag, auf den sich alle einigen konnten. Um 13:00 Uhr wurde der neue Club im Beisein des Reeders Holger Lehmann, Björn Engholm, Vertretern der Stiftungen und Reeder, sowie vieler Freunde und Förderer eröffnet und erhielt den Namen „Sweder Hoyer“.

(Zur Erklärung: Sweder Hoyer war der erste namentlich bekannte Seemannspastor, der zu Zeiten der Hanse (1565), auf den Hanseschiffen die Seeleute geistlich betreute. Das Seemannsheim hatte schon diesen Namen und da dieses ab dem 1. Januar 2011 geschlossen wird, wurde der Seemannsclub nun nach ihm benannt.)

Der Club wird von den Seeleuten sehr gut angenommen – in den ersten beiden Monaten (Nov – Dez) zählten wir 156 Gäste. 10 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen setzen sich mit Begeisterung ein und freuen sich über jeden Besucher.

Vasaland_Koch_neuIn Neudeutsch nennt man diese Veränderung: „Back to the roots!“ – „Zurück zu den Wurzeln!“, denn als die Lübecker SM 1906 gegründet wurde startete sie mit einem Lesezimmer, in die der damalige Diakon Jordan die Seeleute der in der Nähe liegenden Schiffe einlud – also auch einen Club.

Diese ganze Veränderung in der Lübeker Seemannsmission fand vor dem Hintergrund statt, dass die Hansestadt Lübeck am Standort des Seemannsheimes das Hansemuseum bauen will. Für die SM-Lübeck kommt dieser Baubeschluss der Hansestadt gerade zur rechten Zeit. Ohne den Verkauf der Gebäude hätte das Seemannsheim und der Verein nicht überleben können. Jetzt kann die originäre Arbeit der SM weitergeführt werden.

Die neue Konzeption wurde bereits vor 2 Jahren mit einem Arbeitskreis entwickelt. Dabei stand auch ein Neubau eines Club aber ohne Übernachtungsmöglichkeit zur Diskussion. Da in Lübeck aber kaum noch Seeleute im Heim übernachteten, lieber nach Hamburg fuhren, sind wir der Meinung, dass ein Clubbetrieb auf lange Sicht die bessere Lösung ist. Für zukünftige Übernachtungen von Seeleuten wollen wir mit einem Hotel eine Abmachung treffen, dass Seeleute im Notfall dort von der SM bezuschusst übernachten können.
Die Schiffsbesuche nahmen 2010 keinen so großen Raum ein – die Einrichtung des Clubs stand im Vordergrund. Gleichzeitig spielte die Konjunktur auch eine große Rolle. Der Schiffsanlauf war 2010 nicht so, wie er eigentlich sein sollte. Erst langsam zur Mitte des Jahres nahmen die Schiffsanläufe wieder zu – die Landungsmengen steigerten sich nur langsam. Die Linie Lübeck – Petersburg wurde z.B. in Jahr 2008 mit 4 Abfahrten in der Woche bedient. Anfang 2010 fand nur eine Abfahrt in der Woche statt. Diese Situation fanden wir nicht nur hier sondern nahezu bei allen Fährlinien. Sie spiegelte sich auch in der Kleinschifffahrt wieder. Die Problematik für die Seeleute änderte sich dem zu Folge nicht – sie verschärfte sich sogar. Die Sorge um den Arbeitsplatz blieb! Resignation machte sich bei etlichen breit! „Ich hab ja nicht mehr lange dann kann ich endlich aufhören und in den vorgezogenen Ruhestand gehen. Der Reeder will uns doch so wieso weg haben. Wir sind doch zu teuer und das lässt er uns jeden Tag spüren!“ – waren eine Aussage, die ich bei meinen vielen Gesprächen immer wieder hörte oder: „Früher wurden wir noch vom Reeder anerkannt – der vertraute uns! Heute sind wir nur noch Transportbegleiter und verursachen unnötige Kosten, wenn wir uns um die Erhaltung der Schiffssubstanz kümmern.“ Das soll heißen, dass manche Reeder für die Unterhaltung der Schiffe keine Farbe mehr zur Verfügung stellten oder billige Ersatzteile besorgten – sogar Malarbeiten untersagten. Hinzu kamen Kürzungen im Personalbereich, besonders im Bereich Catering & Service. Die Arbeit blieb aber die gleiche – sie musste nur mit weniger Personal gemacht werden. Überstunden durften aber auch nicht anfallen.

Die Zahlen für das Jahr sind gegenüber den Vorjahren zurückgegangen und beim Umzug, bzw. bei der Neuinstallation des PC’s, wurde leider auch meine Datenbank teilweise zerstört, so dass sie unvollständig sind. Hier aber die, die vorliegen.

235 Besuche auf Seeschiffen und etwa 1258 Seeleute angesprochen
6 Kranke im Krankenhaus bzw. bei Hausbesuchen besucht
48 Besuche bei Reedern, Schiffsmaklern und LHG
2 Unterricht in der Seemannsschule auf dem Priwall mit etwa 50 Schülern
22 Serviceleistungen für 30 Seeleute
6 Treffen des Familienkreises
8 Bücherkisten wurden getauscht
2 Gottesdienste mit ca. 800 Besuchern

Mit dem Dienstwagen wurden 15.419 km zurückgelegt und in den ersten 2 Monaten wurden für den Transport von Seeleuten mit dem VW-Bus 684 km gefahren.

Bordbetreuung

dsm hl b reichelt

Mein Name ist Bärbel Reichelt. Ich betreue als Theologin die Seeleute auf den Schiffen in den Lübecker Häfen. 90 Prozent der Güter werden auf den Meeren dieser Welt transportiert. Auf der Ostsee und anderswo. Da ist die Deutsche Seemannsmission wichtiger Ansprechpartner.
„Support of seafarers‘ dignity“ – so lautet unser Motto. Wir setzen uns ein für die Würde der Seeleute – und dies unabhängig von der Religion, der Hautfarbe und der Nationalität. Es ist wichtig, für Menschen da zu sein, die einen Großteil der Güter transportieren, die unser Leben so reich machen.
Die Liegezeit der Schiffe in den Häfen ist kurz. Selten findet die Besatzung Zeit, von Bord zu gehen, um persönliche Dinge zu erledigen oder dem Alltag inmitten von Stahl zu entfliehen. Die Wege in die Stadt sind lang. Die Häfen meist weit entfernt. „In the middle of nowhere. In der der Mitte von nirgendwo“, sagen die Seeleute. So bleiben sie oft an Bord. Da ist der Besuch der Seemannsmission willkommen.
Wir haben Zeit für Gespräche, sei es ein Plausch, sei es etwas das schon lange auf der Seele lastet. Wir bringen Zeitungen in der Landessprache vorbei und verkaufen SIM-Karten bordbetreuung a mission 13für das Internet. Für viele der Seeleute, die oft monatelang unterwegs sind, die einzige Möglichkeit, zu ihren Familien und Freunden Kontakt zu halten. Manchmal bringen wir die Seeleute zum Einkaufen. Wir fahren sie zu unserem Seemannsclub am Lehmannkai 2 oder zeigen ihnen die Stadt, wenn sie länger da sind. Liegt ein Seemann im Krankenhaus, dann besuche ich ihn. Ich halte Kontakt zu allen, die mit dem Hafen zu tun haben und stehe bei Notfällen für Seelsorgegespräche bereit. All dies ist ein Stück Willkommen und Angenommen-Sein in einer Stadt, die manche Seeleute zum ersten Mal, andere immer wieder sehen.
Falls Sie als Seemann in den Lübecker Häfen Hilfe benötigen oder Lust auf ein Gespräch haben, dann melden Sie sich über den Schiffagenten, die Reederei oder über das Telefon bei uns. Sie erreichen mich unter der Mobilnummer +49 172 3080560
bordbetreuung a SeaSymph 03Wenn Sie sich für die Arbeit der Deutschen Seemannsmission in Lübeck interessieren, dann gucken Sie gern vorbei oder nehmen Sie über die E-Mail-Adresse luebeck(at)seemannsmission.org Kontakt zu uns auf. Informationen über die Deutsche Seemannsmission finden Sie auch auf der Internetseite www.seemannsmission.org. Dort sind auch Anschriften und Informationen über andere Stationen der Deutschen Seemannsmission hinterlegt.

 

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(Willkommen in Lübeck)

 

dsm hl bordbesuch ms aila03112015 6Mit festem Händedruck und einladender Geste begrüßte uns, Katharina Bretschneider und Wolfgang Pusch, Kapitän Mikko Aulanko an Bord seines Schiffes MS AILA am CTL. Er lud uns in die Messe ein und bot uns einen Kaffee an, den wir dankend annahmen. Trotz des engen Zeitplans nahm sich Kapitän Aulanko die Zeit in

Weiterlesen: bordbesuch-ms-aila-03112015

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Seemannsclub
"Sweder-Hoyer"

Öffnungszeiten:

Sonntag bis Dienstag und Donnerstag: 17h bis 21.30h

Telefon: 0451 - 39 99 106

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Der Seemannsclub „Sweder Hoyer“ besteht seit November 2010 – der Name erinnert an den ersten Seemannspastor in Lübeck, der sich bereits im 16. Jahrhundert der Seeleute annahm.
Unsere Räumlichkeiten bieten einen Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt, an dem sie vom Alltag an Bord abschalten und sich mit Crewmitgliedern anderer Schiffe austauschen können.
Hier bietet das freundliche ehrenamtliche Team Seeleuten…
… Getränke, Snacks und Souvenirs
… freies WLAN und Internet
… preisgünstige Telefonate mit der Familie und Freunden
… Billard & Dart
… eine Gitarre zur Nutzung im Seemannsclub
… Bücher und Zeitschriften in verschiedenen Sprachen
… Geldwechsel
… Geldüberweisungen auf die Philippinen
… Gelegenheiten zum Gespräch mit Seeleuten und mit Team über „Gott und die Welt“
… kostenfreie Kleidung
Auf Wunsch holt das Team die Seeleute mit dem VW-Bus von ihren Schiffen ab und bringt sie abends wieder zurück.
Die Bilder zeigen einen Einblick in die Arbeit des Seemannsclubs.
Sie haben Interesse an einer ehremtlichen Mitarbeit? Mehr dazu erfahren Sie 
hier.

Autor: K. B.

Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit?

Das Team des Seemannsclub
„Sweder Hoyer“
braucht Verstärkung

Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt

Seemannsclub P1030069.jpg

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